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Schulden deutscher Haushalte steigen

Posted on | Juli 28, 2010 |

Situation wird immer schlechter
Auch wenn man in den letzten Wochen und Monaten fast ausschließlich vom Haushaltsdefizit im Bundeshaushalt und von den steigenden Schulden der Staaten in Europa hört, so darf man nicht außer acht lassen, dass sich auch die Situation der Privathaushalte stetig verschlechtert. Anhand von Untersuchungen/Statistiken kann eindeutig belegt werden, dass seit der Nachkriegszeit noch nie so viele Haushalte in Deutschland überschuldet waren, wie es in 2010 der Fall ist. Mehr als sechs Millionen Bundesbürger im Alter von 18 Jahren und mehr gelten mittlerweile als überschuldet, was eine Zahl von rund 3,5 Millionen Haushalten ergibt. Indirekt sind selbstverständlich auch die Kinder der betroffenen Haushalte und Familien von den Schulden betroffen, sodass man davon ausgehen kann, dass heute rund 8-10 Millionen Bürger in Deutschland überschuldet sind, also rund 10 Prozent der gesamten Bevölkerung. Diese Überschuldung wirkt sich natürlich auch auf weite Teile des Finanzbereichs aus. Kredite fallen aus oder getätigte Anlagen wie Lebensversicherungen werden vorzeitig aufgelöst bzw. müssen aufgelöst werden.

Was sind die Ursachen der Überschuldung?
Die Ursachen für die Überschuldung haben sich in den letzten Jahren nicht wesentlich verändert. Nach wie vor ist das arbeitslos werden die Hauptursache, die letztendlich in rund 30 Prozent aller Fälle der Grund ist, warum es zu einer Überschuldung gekommen ist. Das ist auch insoweit verständlich, als dass dem Betroffenen in der „ersten“ Phase rund ein Drittel des bisherigen Einkommens fehlt, nach Ablauf eines Jahres werden es dann mit Hartz IV noch deutlich größere Fehlanteile sein. Somit können Kredite und Ratenzahlungsvereinbarungen nicht oder nur noch teilweise bedient werden, was dann letztendlich zur Überschuldung führt. Auch Krankheit, Unfälle oder der Tod des Partners sind nach wie vor Hauptgründe für die negative Schuldenlage der Privathaushalte. Lediglich bei manchen Gründen kann man selbst etwas dazu beisteuern, die drohende Überschuldung zu vermeiden. So geben manche Personen schlichtweg einfach zu viel aus (unnötige Ausgaben) oder machen sich selbständig, ohne dass das zukünftige Gewerbe „Hand und Fuß“ hat. Mit rund acht Prozent ist daher auch die Existenzgründung an der Überschuldung beteiligt.

Auswirkungen der Überschuldung auf den Finanzbereich
Zunehmende Überschuldung und Schuldenlast der Privathaushalte haben natürlich auch deutliche Auswirkungen auf den Finanzbereich. Im Kreditbereich ist es so, dass die Banken durch die Überschuldung und Zahlungsunfähigkeit der Kreditnehmer Kreditausfälle zu verzeichnen haben oder der Kredit zumindest gestundet werden muss. Natürlich kommt es in der ersten Phase der anstehenden Überschuldung auch zu einer nochmals vermehrten Kreditaufnahme, da sich nicht wenige von Überschuldung bedrohte Kunden mit „frischem Geld“ retten möchten. Aber auch auf den Bereich Sparen und Geldanlage hat die zunehmende Schuldenlast Auswirkungen. So werden Sparverträge gekündigt, weil die Raten nicht mehr bezahlt werden können, ähnlich wie es bei den Kreditraten der Fall ist. Natürlich werden auch vorhandene Kapitalguthaben verstärkt verfügt. Es werden Aktien und Fonds, teilweise natürlich zu sehr ungünstigen Zeitpunkten, verkauft oder Kapitallebensversicherungen mit Verlust oder ohne Rendite aufgelöst. All diese Tatsachen verstärken jedoch oftmals noch die schlechte Situation, sodass die Überschuldung meistens ein so genannter Teufelskreis ist.

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