Beratung der Banken weiterhin unzureichend
Posted on | Juli 23, 2010 |
Neue Untersuchung zeigt erschreckende Ergebnisse
Es ist noch nicht sehr lange her, da erregte eine durchgeführte Untersuchung der Fachzeitschrift Finanztest großes Aufsehen. Ein Ergebnis dieser Untersuchung war, dass die Beratung der Banken in Deutschland im Durchschnitt betrachtet als nicht ausreichend bezeichnet werden kann. Doch die Kreditinstitute scheinen diesen durchgeführten Test offensichtlich nicht als Anregung für mögliche Verbesserungen genommen zu haben. Denn vor wenigen Wochen hat die Stiftung Warentest einen weitere Untersuchung mit der gleichen Zielsetzung durchgeführt, nämlich die Beratungsqualität der Banken zu überprüfen. Und die Ergebnisse sind noch negativer als beim vorherigen Test. Keine einzige Bank von 21 untersuchten Instituten konnte mit der Note „sehr gut“ oder „gut“ abschneiden – ein absolut trauriges Bild, meinen viele Experten.
Die Details zur durchgeführten Untersuchung
Die Stiftung Warentest führte im Rahmen des „Bankentests“ insgesamt 146 Beratungsgespräche als Test durch, wobei diese Gespräche natürlich von unterschiedlichen Mitarbeitern in insgesamt 21 verschiedenen Geldhäusern durchgeführt wurden. Während, wie bereits zuvor erwähnt, kein Institut die Noten gut bzw. sehr gut erreichen konnte, mussten sechs Banken mit dem Urteil „mangelhaft“ bewertet werden. Die beste Einzelnote lag dabei nur bei 3,1, also gerade einmal ein „befriedigend“ konnte als Bestnote erreicht werden. Bei der vorherigen Studie aus dem Sommer 2009 schnitten nur zwei Banken mit dem schlechte Ergebnis „mangelhaft“ ab. Der Hauptfehler der Berater ist nach wie vor gewesen, dass kaum oder gar nicht nach den persönlichen und finanziellen Bedingungen im Umfeld der Beratung suchenden Anleger gefragt wurde. Diese zu erfragenden Daten bilden aber die Grundlage, um mittels der Anlageberatung die für den Kunden passenden Produkte zu finden. Konkret wurde im Test übrigens vorgegeben, dass der „fiktive“ Kunde gerne einen Betrag von 35.000 Euro anlegen möchte, und zwar auf eine Sicht von zehn Jahren. Die beiden Banken mit den schlechtesten Bewertungen aller sechs Institute, welche mit der Note „mangelhaft“ bewertet wurden, waren die Nassauische Sparkasse sowie die Volksbank Mittelhessen. Die „Bestnote“ von 3,1 konnte die Sparkasse Hannover erreichen.
Nicht erwähnte Kosten und Mangel beim Beratungsprotokoll
Neben der fehlenden Frage nach den persönlichen und finanziellen Verhältnissen waren weitere Kritikpunkte der „Tester“, dass Kosten einer Geldanlage entweder nicht vollständig, oder nur ganz am Rande erwähnt wurden. Mitunter wurden die Gebühren auch vollkommen verschwiegen. Noch schwerwiegender ist jedoch ein häufig gemachter Fehler, nämlich die Nicht-Mitgabe des Beratungsprotokolls. Dieses muss seit Januar nicht nur bei jeder Anlageberatung im Bereich Wertpapiere ausgefüllt werden, sondern dem Kunden natürlich auch anschließend ausgehändigt werden. Nicht einmal die Hälfte der getesteten Banken kam dieser gesetzlichen Verpflichtung nach, manche Bankmitarbeiter sogar nach ausdrücklicher Aufforderung durch den Kunden noch nicht, was bei den Experten auf das größte Unverständnis stößt. Generell besteht demnach noch ein erheblicher Nachholbedarf, was eine qualitativ zumindest gute Anlageberatung gegenüber dem Kunden betrifft. Der Kunde selbst steht natürlich vor dem Problem, dass keine Bank im Test eine gute Beratung durchführte, sodass man selbst bei einem eventuellen Wechsel der Bank kaum Auswahl hat, wenn man auf der Suche nach einer qualitativ hochwertigen Anlageberatung ist.
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