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Griechenland – Was nun?

Posted on | April 27, 2010 |

Standard & Poors erklärt Griechenland faktisch für „Schrott“
Die Situation in Griechenland scheint von Tag zu Tag schlimmer zu werden, wenn man nach den täglichen neuen Horrormeldungen in den Medien geht. Mittlerweile gibt es zudem immer mehr Meinungen in der Richtung, dass Griechenland ein Fass ohne Boden wäre und notfalls aus der Europäischen Währungsunion und somit dem Euro „austreten“ müsse. Nur dann könne die „eigene“ Währung abgewertet werden, was in solch einem Fall wie Griechenland auch der automatische Marktmechanismus wäre. Die Schreckensnachricht von heute lautet, dass die Rating Agentur Standard & Poors (S&P) die Bonität des Emittenten Griechenland auf das Niveau „Schrott/Junk“ herab gesetzt hat. Das bedeutet faktisch, dass Anleger, welche in griechische Staatsanleihen investieren, ein recht hohes Risiko eingehen, ihr Kapital am Ende der Laufzeit der Anleihe nicht mehr zurück zu erhalten. Unterstützt wird der gesamt „Verfall“ von Griechenland an den Finanzmärkten zudem noch von den Spekulanten, die faktisch auf einen Bankrott von Griechenland „wetten“ und mit allen Mitteln versuchen, die Zinsen in die Höhe zu treiben.

Griechische Staatsanleihen
Was bedeutet die aktuelle Situation für den Anleger? Grundsätzlich ist von einem neuen Investment in griechische Anleihen dringend abzuraten, es sei denn, man ist sehr spekulativ eingestellt. In diesem Fall könnte man natürlich darauf spekulieren, dass Griechenland die hohen Zinsen auf ihre neuen Anleihen wirklich zahlen kann und man auch das Kapital zurück bekommt. Auch bestehende Anleihen könnte man an der Börse kaufen, da die Kurse hier extrem niedrig sind. Auch hier bleibt dann nur zu hoffen, dass die Anleihen zurück gezahlt werden können. Mit einem recht sicheren Investment haben griechische Staatsanleihen jedoch nichts mehr zu tun, was auch durch die Herabstufung durch S&P bestätigt wird. Nachdem Griechenland als Emittent noch vor einigen Monaten mit A+ bewertet wurde, liegt das aktuelle Rating nun nur noch bei BB+. In dieser Kategorie findet man dann zum Beispiel auch Anleihen aus südamerikanischen Staaten, die viele Anleger zuvor sicherlich aufgrund des hohen Risikos vermieden haben. Die Folge der Herabstufung wird wahrscheinlich sein, dass Griechenland keinen Zugang zum Kapitalmarkt mehr finden kann, weil die Anleger trotz hoher Zinsen nicht bereit sind, ein solches Risiko einzugehen. Also benötigt Griechenland noch mehr Kapital als Hilfe von der EU.

Griechische Aktien
Natürlich ist auch der griechische Aktienmarkt in den letzten Wochen in den Keller „gerauscht“. Im Bereich Aktien gilt im Grunde die gleiche Devise wie bei den Anleihen. Nur für Spekulanten kann ein Investment in griechische Aktien derzeit eine Alternative sein, aber sicherlich nicht für Kleinanleger und mittelfristig bis langfristige Anleger. Denn das Risiko ist derzeit einfach zu groß, dass die Aktienkurse noch deutlich weiter fallen könnten, als sie es ohnehin bereits getan haben. Und wenn man schon auf eine Erholung der Aktien spekulieren möchte, dann sollte man ein Stockpicking betreiben, also nicht über Fonds investieren, sondern gezielt auf einige Aktienwerte setzen. Insgesamt betrachtet muss jedoch das Investment sowohl in Aktien als auch in Anleihen aus Griechenland derzeit als reine Wette angesehen werden.

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